Das Höhenspiel — das axiale Spiel eines Rades zwischen seinen beiden Steinen — ist eine der unscheinbarsten und entscheidendsten Einstellungen eines Uhrwerks. Zu wenig, und das Rad klemmt; zu viel, und der Eingriff verschiebt sich. So liest und justiert man es.
Was das Höhenspiel steuert
Ein Zapfen muss frei drehen, ohne sich merklich axial zu verschieben. Das Höhenspiel verhindert Klemmen (Reibung, Amplitudenverlust, Stehenbleiben) wie Flattern (Zähne greifen zu hoch oder zu tief).
Richtwerte
Maßgeblich sind die zulässigen Werte aus dem Herstellerdatenblatt.
Wie man es prüft
Unter dem Stereomikroskop hebt man das Rad mit feiner Pinzette leicht an und beobachtet von der Seite: korrektes Höhenspiel zeigt sich als sehr geringe vertikale Bewegung, spürbar aber ohne „Klacken“. An der Unruh prüft man mit montiertem Kloben, indem man die Welle zwischen Ober- und Unterstein spielen lässt.
Korrigieren: die Punzenpresse und nichts sonst
Korrigiert wird durch Verschieben des Steins oder der Fassung in Platine oder Brücke, mit einer Punzenpresse und passenden Stempeln: Stein um wenige Hundertstel treiben, prüfen, wiederholen. Der Griff verlangt perfekte Zentrierung — ein schief getriebener Stein springt oder reißt, und die Reparatur wird ein Austausch. Bei verschraubten Brücken ohne einstellbares Höhenspiel bedeutet Korrektur den Austausch von Rad oder Stein, nicht Improvisation.
Häufige Fragen
Kann fehlendes Höhenspiel die Uhr stoppen?
Ja. Ein zwischen seinen Steinen geklemmtes Rad reibt dauernd: die Amplitude fällt, das Werk bleibt stehen.
Geht die Korrektur ohne Punzenpresse?
Nicht sauber. Ein von Hand gedrückter Stein reißt oder verläuft. Die Presse sichert Achse und Weg.
Spielprüfung üben? Unsere Referenztabellen und Werkzeugblätter begleiten die Diagnosemodule des Décalibre-Curriculums.
