Finissage & Décoration·3 Min. Lesezeit·Débutant

Perlage: die kleinen Kreise im Uhrwerk

Was Perlage ist, wo sie erscheint und wie sie sich vom Genfer Streifenschliff unterscheidet, mit Quellen der FHH und von Lange.

Perlage ist ein Dekor aus kleinen, teilweise überlagerten Kreisen. Sie gehört zum Wortschatz der Uhrwerksveredelung, ist allein jedoch keine Zertifizierung. Für eine genaue Beschreibung müssen Muster, verzierte Flächen und die Grenzen der Beobachtung unterschieden werden. Die Fondation Haute Horlogerie und A. Lange & Söhne sind die hier ausdrücklich genannten Referenzen.

Kleine, sich überlagernde Kreise

Die Fondation Haute Horlogerie definiert Perlage, auch „œil-de-perdrix“ genannt, als kleine, teilweise überlagerte Kreise. Beschrieben wird ein Holzstift mit flachem Ende, der auf einer Brücke oder Platine gedreht wird. Das dokumentiert eine Technik, schreibt aber nicht allen Manufakturen dieselben Werkzeuge vor.

A. Lange & Söhne beschreibt einen Dekor mit rotierendem Schleifwerkzeug. Beide Beschreibungen bestätigen den kreisförmigen Charakter und die Herstellung mit einem rotierenden Werkzeug. Angaben zu Drehzahl, Druck und Körnung werden hier nicht gemacht: Die Quellen belegen diese Parameter nicht.

Wo ist Perlage zu sehen?

A. Lange & Söhne gibt Perlage auf Innenseiten der Platinen und Brücken sowie auf der Zifferblattseite der Grundplatine an, die in der montierten Uhr verborgen ist. Das sind dokumentierte Praktiken dieser Manufaktur, keine für alle Uhren vorgeschriebenen Stellen.

Unterscheiden Sie, was ein transparenter Gehäuseboden zeigt und was verborgen bleibt. Keine sichtbare Perlage beweist nicht, dass die Innenflächen unverziert sind. Umgekehrt beschreibt eine sichtbare perlierte Fläche nicht alle Werkbereiche. Zerlegen Sie keine Uhr allein, um ein Muster zu suchen.

Perlage, Streifenschliff und Anglierung unterscheiden

Perlage erscheint als Folge teilweise überlagerter Kreise. Der Genfer Streifenschliff bildet Bänder; Anglierung betrifft Kanten. Das sind unterschiedliche Bearbeitungen, nicht drei Namen für ein glänzendes Uhrwerk.

Die Fondation Haute Horlogerie beschreibt mehrere Dekorations- und Veredelungstechniken. Auch TIMELAB unterscheidet Flächen, Flanken und Fasen bei Brücken und Platinen. Ordnen Sie beim Beschreiben eines Bauteils deshalb jeden Begriff einem konkreten Bereich zu.

Beobachten ohne unbelegte Funktionen zuzuschreiben

Achten Sie auf einem klaren Foto auf Kreisformen, Überlagerung und Grenzen der verzierten Fläche. Ändern Sie beim Betrachten einer echten Uhr den Blickwinkel. So lässt sich das Muster lesen; Ganggenauigkeit wird dadurch nicht gemessen und das Werk nicht zertifiziert.

Wir schreiben Perlage weder eine Staubfängerfunktion noch eine bezifferte Leistungsverbesserung zu: Die Quellen belegen diese Aussagen nicht. Auch vollständig manuelle Ausführung wird nicht allein aus dem Aussehen abgeleitet. Fragen Sie nach Herstellerunterlagen, um das Verfahren einer bestimmten Referenz zu erfahren.

Eine hilfreiche Betrachtung für Lernende und Sammler

Lernende profitieren davon, zuerst Platine, Brücke und Kante zu erkennen und dann ihre Veredelung zu benennen. Sammler können anschließend ästhetische Vorlieben von technischen Eigenschaften und verfügbaren Nachweisen trennen. Dekoration ist ein präziser Beobachtungsgegenstand, keine Antwort auf alle Fragen zu einer Uhr.

Unser Artikel über das Genfer Siegel unterscheidet Dekor und Zertifizierung. Der Leitfaden zum Beginn einer Sammlung ergänzt diese Betrachtung; die Décalibre-Schule stellt Werkkomponenten vor.

Häufige Fragen

Was ist Perlage an einem Uhrwerk?
Ein Dekor aus kleinen, teilweise überlagerten Kreisen auf Oberflächen von Werkkomponenten.

Ist sie immer durch den Gehäuseboden sichtbar?
Nein. Lange dokumentiert auch Anwendungen auf Innenflächen und der Zifferblattseite der Platine, die in der montierten Uhr verborgen sind.

Garantiert Perlage Ganggenauigkeit?
Die Quellen beschreiben Dekoration. Sie belegen nicht, dass diese allein chronometrische Leistung garantiert.

Quellen

Fondation Haute Horlogerie: Definition und Werkzeugbeispiel. A. Lange & Söhne: rotierendes Schleifwerkzeug und Orte bei Lange. Fondation Haute Horlogerie und TIMELAB: Unterschiede zwischen Flächen- und Kantenbearbeitung.